Veronica praecox Allm. ‒ Früher Ehrenpreis
1789, Auct. Fl. Pedem. 5 (▤)
Selten in Sand- und Magerrasen, Ruderalgesellschaften und auf Äckern, vor allem auf kalkhaltigen, offenen Böden. Der Schwerpunkt der Verbreitung lag in der Untermain- und Oberrheinebene; davon abgesetzt bestanden mehrere kleinere Zentren in der nördlichen Wetterau/Lahntal, Edersee-Gebiet, Diemeltal, Werratal, Kuppenrhön und im Raum Fulda‒Großenlüder (Hodvina 2013). Die ehemals nicht seltene Pflanze ‒ so nach Heyer & Rossmann (1860‒1863) um Gießen nicht selten in Aeckern, nach Dosch & Scriba (1873) „Auf Äckern häufig“ oder nach Wigand (1891) im Kreis Fulda nicht selten ‒ ist stark rückläufig. Der Verbreitungsschwerpunkt liegt heute in den Kalksandrasen des Darmstädter Gebietes, wo auch Kleinstflächen besiedelt werden. Vorkommen in Äckern sind aber auch hier nahezu erloschen. Nach Hillesheim-Kimmel (2022) bestehen um Seeheim mindestens 15 Wuchsstellen. Einzelvorkommen bestehen in Kalkmagerrasen in Nordhessen. In den Regionen Nordwest und Südost steht die Pflanze vor dem Aussterben. Bei einer stichprobenhaften Nachsuche konnte die Pflanze in 4 von 10 Gebieten mit ehemaligem Vorkommen nachgewiesen werden (Barth & al. 2017).